8.07.2018 

Nicht nur hinsichtlich der Sonneneinstrahlung brach die diesjährige Veranstaltung der Ettenheimer Bürgerenergiegenossenschaft alle Rekorde. Mit 48 an den Start gehenden Teams verzeichnete der Schülerwettbewerb absolute Rekordbeteiligung, nicht zuletzt durch die erstmals an den Start gehende Gastschule, das St. Ursula-(Mädchen)Gymnasium Freiburg.

Ettenheim. Die hinter der Ettenheimer Solar Challenge stehende Idee schien einmal mehr den Wettergott selbst zu begeistern. Jedenfalls schickte er den 48 an den Start gehenden „Rennboliden“ am vergangenen Sonntag zur inzwischen 7. Derartigen Veranstaltung jede Menge Antriebskraft in Form von Sonnenstrahlen – für die eine oder andere Konstruktion gar zu viel. Die von den Schülern im Unterricht gebauten Solarflitzer hatten nämlich bis zur Haupt“schikane“ der hölzernen Rennbahn, der Prallwand, an der ein Umschalter das Gefährt dann zur Start-/Ziellinie zurückswitchen musste, so viel Tempo aufgenommen, dass so mancher Renner aus der Führungsschiene sprang oder im schlimmeren Fall den Aufprall nicht ohne massiven Karosserieschaden überstand. Immerhin hatten die jungen Konstrukteure die Möglichkeit, ihren Boliden wieder in die Spurrinne zu stellen und nahmen dafür dann gerne ein paar Strafsekunden in Kauf.

 

Foto: Decoux-Kone / Badische Zeitung

 

Nicht nur hinsichtlich der Sonneneinstrahlung brach die diesjährige Veranstaltung der Ettenheimer Bürgerenergiegenossenschaft alle Rekorde. Mit 48 an den Start gehenden Teams verzeichnete der Schülerwettbewerb absolute Rekordbeteiligung, nicht zuletzt durch die erstmals an den Start gehende Gastschule, das St. Ursula-(Mädchen)Gymnasium Freiburg (11 Teams). Wie in den Vorjahren dabei: das Städtische Gymnasium Ettenheim (10 Teams), die Heimschule St. Landolin (10 Teams), das August-Ruf-Bildungszentrum (12 Teams) sowie das Geroldsecker Bildungszentrum Seelbach (5 Teams).

Insgesamt 47 Rennen

Der neue Teilnehmerrekord forderte auch die Jury bei der Abnahme der Fahrzeuge und den geforderten Präsentationen mehr als früher. Die daraus resultierende zweimalige Verzögerung des vorgesehenen Rennstarts nutzten die Teams indessen zu ersten Probefahrten. Die daraus resultierenden Erkenntnisse führten dann in den (in diesem Jahr erstmals überdachten)  „Werkstätten“ für hektische Betriebsamkeiten. Überall wurde gelötet, geklebt, feinjustiert, wurden Video-Aufzeichnungen analysiert, erkennbar Fehler korrigiert.

Bis dann die zweimal 17 Vorläufe (jedes Team hatte über diese Vorläufe die Chance, sich als Sieger oder Lucky Loser fürs Viertelfinale zu qualifizieren) gestartet wurden, hatten sich die Zuschauer“tribünen“ bis auf den letzten Platz gefüllt. Entsprechend lautstark waren dann Jubel oder enttäuschtes Aufstöhnen – je nachdem, mit welchem Team man mitfieberte: als Elternteil, Sponsor (alle Bausätze der Fahrzeuge wurden von insgesamt 27 Sponsoren finanziert), Schulangehöriger.

Newcomer dringt ins Halbfinale vor

Team 23 als Sieger des ersten Vorlaufs konnte den weiteren Rennen erst einmal gelassen entgegensehen, abwarten, welche 26 weiteren Teams mit ihm ins Viertelfinale einziehen würden. Gleich beide Vorläufe gewann das von den Wochenzeitungen am Oberrhein gesponserte Gefährt von Max-Schmidt und Tom-Nicklas Fricke (Realschule Heimschule).

Dass im Viertelfinale noch alle Schulen vertreten waren, hielt die Spannung zusätzlich hoch und war erfreulich.  Erfreulich auch, dass das St. Ursula-Gymnasium als Newcomer ein Team gar bis ins Halbfinale brachte.

Nach drei Rennstunden waren die 34 Vorläufe, neun Viertel- und drei Halbfinalläufe abgewickelt. Das Finale bestritten auf der dreispurigen Bahn die Sieger dieser unerbittlichen Ausscheidung.

Städtisches Gymnasium verteidigt den Titel

Sieger im Finallauf wurde schließlich das Team 22 des Städtischen Gymnasiums mit den Konstrukteuren Joscha Bold, Nikolaus Born und Niklas Geppert (Sponsor: Bürgerwindpark). Zweimal hintereinander hatte der Siegerflitzer mit derselben Zeit von 10,7 Sekunden die 30-Meter-Holzbahn mit Tunnel und Prallwand gemeistert. Nur um 0,7 Sekunden geschlagen: das Team 4 vom August-Ruf-Bildungszentrum (Sponsor: Maxon Motors; betreuender Lehrer Tobias Schwab). Auf Rang drei Team 20, ebenfalls Städtisches Gymnasium (Sponsor: Buchhandlung Machleid; NWT-Lehrer Steffen Stroh.) Im Gegensatz zu den deutschen Nationalkickern gelang damit dem Städtischen Gymnasium eine erfolgreiche Titelverteidigung.

Schirmherr Bürgermeister Metz sprach von einer „richtig tollen Veranstaltung“, mit der die Bürgerenergie die jungen Menschen an innovative Technik heranführt, eine Sichtweise, die von den anwesenden Schulleitern, Lehrkräften, Sponsoren, Eltern und nicht zuletzt von den Schülern selbst im Laufe des Tages mehrfach bekräftigt wurde.  

Rundum gelungen

Zumal auch diesmal das ganze Drumherum stimmte: eine erneute vorbildliche Bewirtung durch die Klasse  R 8 b an der Heimschule mit Klassenlehrerin Ulrike Schmidt, mit herzerfrischenden jungen Renn-Kommentatoren der teilnehmenden Schulen, mit einem Veranstalter, bei dem ein Rädchen reibungslos ins andere Griff, mit ausreichend Sitzgelegenheiten für die begeisterten Zuschauer, mit tollem Sonnenschutz zudem.

Das Signal aller Schulen, im nächsten Jahr wieder dabei sein zu wollen, spricht deutlich für eine dann 8. Auflage.  Klaus Schade für die Badische Zeitung

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