25.09.2014

ETTENHEIM. Sonderpreis Kreativität für ein Team der Ettenheimer Bürgerenergie - Gute Platzierungen im Speed-Vergleich für alle vier Ettenheimer Teams.

Ettenheimer Solarflitzer

Teilnehmer an der Deutschen Meisterschaft 2014 – so dürfen sich ab sofort zwölf Schülerinnen und Schüler der Heimschule und des Städtischen Gymnasiums Ettenheim zu Recht nennen und mit Fug und Recht auf ein mehr als beachtliches Abschneiden verweisen. Am vergangenen Freitag nahmen die vier zeitschnellsten Schülerteams der diesjährigen Ettenheimer Solar Challenge am nationalen Entscheid in Dortmund teil.

Die äußerst soliden, in der Schule selbst entwickelten Fahrzeuge belegten zwei 13. Plätze, einem 15. Platz und einem siebten Platz.

Für ihre jungen Konstrukteure sind die Lehrkräfte aus Ettenheim voll des Lobes. Noch in den Sommerferien hatten die Schülerinnen und Schüler auf die recht kurzfristig geänderten Wettkampfbedingungen bei der DM reagiert und ihre Flitzer noch einmal gewaltig optimiert. So musste bei allen Solarmobilen ein zweiter Umschalter eingebaut werden, da – im Gegensatz zur Ettenheimer Veranstaltung – die Flitzer zwar eine kürzere Strecke von nur zehn Metern, diese jedoch aber zweimal hin- und her zu bewältigen hatten.

Ettenheim alle Ehre gemacht

Ihre durchdachte Bauweise kam den Ettenheimer Teams zugute: entgegen so manchem, extrem leicht gebautem Konkurrenten, bei denen Solarzellen und Anbauteile bei den erforderlichen Wendewand-Berührungen am Bahnende brachen, absolvierten alle Ettenheimer Fahrzeuge eine Fahrt nach der andern mit sportlicher Zuverlässigkeit. Auch die Tunneldurchfahrten stellten für keines der Ettenheimer Teams ein Problem dar. Allerdings kamen die besonderen Stärken der Ettenheimer Solarflitzer auf Grund des (schwachen) Kunstlichts im Zelt nicht richtig zum Tragen: dreh- und kippbare Solarzellen, Umschaltbarkeit der Solarzellen zwischen Reihen- und Parallelschaltung oder variable Federstärke – sie waren eben auf die Bedingungen im Freien ausgerichtet.

Eigenbau statt Kopie

Am Ende setzte sich, so die kritische Analyse der begleitenden Lehrkräfte, die extrem spartanische Leichtbauweise der Konkurrenz, gepaart mit hohem Kapitaleinsatz bei den entscheidenden Komponenten Motor und Solarzellen durch. Erstrebenswertes Ziel eines Schülerwettbewerbs, wie die Solar Challenge in Ettenheim durchgeführt wird, sollte dies jedoch nicht sein, so der einhellige Tenor. Kritisch beobachtet wurde auch die Tatsache, dass einige Städte mit jeweils mehreren völlig baugleichen Mobilen ankamen – so etwas wäre beim Ettenheimer Wettbewerb gar nicht denkbar.

Unter diesen Gesichtspunkten können die Schülerteams ausnahmslos mit Stolz auf ihr Abschneiden zurückblicken, zumal auch ihre Präsentationsposter bei der Jury viel Lob erhielten. Eine besondere Auszeichnung gab es dann schließlich doch noch für die Ettenheimer, als Dominic Huber und Tobias Decoux den Sonderpreis für das kreativste Auto entgegen nehmen durften.

Innovative Verbesserungen

Tobias und Dominic erklärten, was sie gegenüber ihrem Vorgängermodell noch einmal optimierten: „Unter anderem haben wir noch einmal an der Übersetzung gefeilt. Das Ritzel haben wir nun mit einem exakt gearbeiteten Adapter mittels zwei Mico-Muttern befestigt“, so ihre fachmännische Erläuterung. Soviel technisches Verständnis beeindruckte dann offensichtlich auch die Jury.

Von den Ettenheimer Schulen am Start waren: Kai Decoux, Jannik Weber (Heimschule), David Kaufmann, Patrick Weber, Hendrik Schwörer, Marcel Biehl, Charlotte Erny, Katrin Bach und Stefan Goldschmidt (alle Städtisches Gymnasium).“Für mich waren unsere Schüler die wahren Sieger“, bilanzierte Steffen Stroh vom Städtischen Gymnasium, und Reinhard Kastner von der Heimschule würdigte noch einmal ausdrücklich, dass die nach Dortmund fahrenden Teams in den Schulferien noch einmal ganz viel Zeit investierten, um auf die dortigen Wettkampfbedingungen mit einem möglichst optimalen Gefährt reagieren zu können.

Artikel erschien im Stadtanzeiger Ettenheim. Wir haben den Artikel mit kleinen Änderungen übernommen.

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