04.03.2016

ETTENHEIM. 
Gemeinsam mit der Stadt Ettenheim, dem Unternehmen Ettenheim, dem Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) und engagierten Bürgern will die Ettenheimer Bürgerenergie eG die Möglichkeiten für die Einführung von CarSharing in der Kernstadt prüfen. Dazu wird eine Umfrage gestartet um den Bedarf zu ermitteln.

Was in vielen Städten schon zum Stadtbild gehört, könnte auch für die Barockstadt eine Option sein. Erste Gespräche wurden bereits mit Matthias-Martin Lübke von der Stadtmobil Südbaden AG geführt, die die Fahrzeuge betreiben könnte. Die Initiative für das Projekt kam von dem Genossenschaftsmitglied Jonas Messmer, der in Ettenheim lebt und gerne auf ein eigenes Auto verzichten würde.

„Die täglichen Besorgungen in der Stadt erledige ich und meine Familie zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Für Fahrten zu Orten die der ÖPNV nur unregelmäßig bedient würde ich gerne ein CarSharing Fahrzeug nutzen“, erklärt Jonas Messmer.

Auch Jörg Bold von der Bürgerenergiegenossenschaft sieht für Ettenheim Potential: „Das Thema CarSharing wurde in der Genossenschaft oft diskutiert und wäre ein weiterer Schritt hin zu einer nachhaltigen Kommune“.

Bevor man jedoch konkreter in die Planungen für CarSharing einsteigt, soll zunächst das Interesse und der Bedarf der Ettenheimer Bevölkerung ermittelt werden. Im Rahmen von DRIVE am 13. März 2016 - der Ettenheimer Mobilitätsmesse - können sich Bürgerinnen und Bürger am Infostand auf dem Marktplatz über CarSharing informieren und ein Fahrzeug von Stadtmobil Südbaden in Augenschein nehmen. Hilfreich wäre es, wenn sich möglichst viele Bürger an der Umfrage beteiligen. Reinhard Hahn vom VCD wird vor Ort über CarSharing informieren und Fragen beantworten.

 

Hier kann die Umfrage heruntergeladen werden:

Umfrage Carsharing Ettenheim

 

Angedacht sind für Ettenheim 2 Autos, eins davon mit Elektroantrieb. Pro Fahrzeug sollten es mindestens zehn feste Nutzer sein, damit CarSharing wirtschaftlich betrieben werden kann. Denkbar sind auch Firmen, die z.B. bei Dienstfahrten ihrer Mitarbeiter auf das CarSharing Mobil zurückgreifen.

Das klassische CarSharing funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Viele Menschen teilen sich mehrere Autos, die von einer Zentrale verwaltet werden. Unterschiedliche Autotypen stehen an verschiedenen Standorten bereit und können nach Bedarf und Einsatzzweck - meist rund um die Uhr - per Telefon, Internet oder Web-App gebucht werden. Zugang zum gebuchten Fahrzeug bekommt man jederzeit über elektronische Kartensysteme. Im Fahrzeug selbst ist dann der Schlüssel für die Fahrt hinterlegt. Die NutzerInnen haben mit Reinigung, Wartung, Instandsetzung, Versicherung der Autos und anderen lästigen Dingen nichts mehr zu tun. In der Regel erhalten sie einmal im Monat eine Rechnung je nach Inanspruchnahme der Fahrzeuge. Den Rest erledigt die CarSharing-Organisation.

Die Nutzer von CarSharing leisten nicht nur aktiv einen Beitrag zum Umweltschutz sondern sparen auch richtig Geld. So betragen laut VCD beispielsweise die gesamten Kosten für einen Mittelklassewagen wie einen einfachen Golf bei einer durchschnittlichen Kilometerleistung von 12.000 rund 6000 Euro im Jahr - Versicherung, Steuern, Wartung, Wertverlust und Spritkosten inklusive. Die Fixkosten haben daran einen Anteil von etwa drei Vierteln, d. h. auch wenn das Auto keinen Meter bewegt werden würde, fielen diese Kosten an. Für FahrerInnen mit einer geringen jährlichen Fahrleistung oder als Zweitwagen-Ersatz ist CarSharing demnach besonders interessant. Hinzu kommt, dass durchschnittlich 23 Stunden am Tag ein Privat-Pkw still steht und wertvolle Fläche belegt. Mittlerweile gibt es über 1 Million CarSharing-Nutzer/innen in Deutschland.

Die Nutzungskosten z.B. bei Stadtmobil Südbaden sind abhängig von der Fahrzeugklasse, dem gebuchten Zeitraum und den gefahrenen Kilometern. Sie setzen sich aus einem Zeittarif, einem Kilometertarif und einer Grundgebühr von 5,- €/Monat, welche für InhaberInnen einer ÖPNV Jahreskarte entfällt, zusammen. In den Nutzungskosten sind Mehrwertsteuer, Kraftstoff und Versicherung inbegriffen. Muss man unterwegs tanken, wird mit einer Tankkarte, die sich im Fahrzeug befindet bezahlt.

Die Umfrage ist auch auf den Webseiten der Stadt Ettenheim, der Bürgerenergiegenossenschaft und dem VCD veröffentlicht. Ausgefüllte Fragebögen können gerne auch per Post an die Bürgerenergiegenossenschaft Ettenheim, Rohanstraße 13, 77955 Ettenheim oder per Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) gesendet werden.

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