31.07.2017

Ob Vorstandschaft, ob Aufsichtsrat: beide Instanzen der Ettenheimer Bürgerenergiegenossenschaft zogen bei der Mitgliederversammlung am Montagabend im Winefeld-Saal eine positive Bilanz auf das zurückliegende Geschäftsjahr. Dass sich auf Vermittlung des Regierungspräsidiums selbst eine finnische Besuchergruppe das Ettenheimer Modell mit Windkraftanlage und Photovoltaikflächen angeschaut hat, unterstreiche die Besonderheit des Bürgerprojekts.

 

Der Bilanzgewinn erreichte nach den Ausführungen von Vorstand Jörg Bold im Jahr 2016 einen knapp fünfstelligen Euro-Betrag. „Gut“, so Bolds Beurteilung. Für die 196 Genossenschaftsmitglieder bringt die gute Bilanz erneut eine Dividenden-Ausschüttung von drei Prozent, wie in den Vorjahren. Wichtiger noch für Vorstand Bold wie auch Aufsichtsratsvorsitzenden Bruno Metz: „Das Klima ist in Ettenheim für erneuerbare Energie deutlich besser als bundespolitisch.“ (Bold).

Zahlenmäßiger Beleg: 63 Prozent des verbrauchten Stroms resultieren in Ettenheim aus erneuerbarer Energie. Die Windräder tragen zu dieser erfreulichen Bilanz ihren Anteil, die Vielzahl leistungsfähiger Photovoltaikanlagen ebenso. Von den 196 Mitgliedern der Ettenheimer Bürgerenergiegenossenschaft (sie ist seit 2011 von acht Mitgliedern auf inzwischen 196 angewachsen) haben 76 Prozent ihren Wohnsitz in Ettenheim, weitere elf Prozent in den Gemeinden der südlichen Ortenau. „87 Prozent unserer Mitglieder sehen die Windenergieanlagen von Ihrem Wohnort“, so Bolds Feststellung. Das sei genau im Sinne dieser Idee.

Von der Feststellung, dass Maßnahmen der erneuerbaren Energiegewinnung in Deutschland „politisch nicht leicht durchzusetzen“ seien, ließ sich die Bürgerenergiegenossenschaft nach  Vorstand Bob Hopmans  Rückblick auf das vergangene Jahr nicht abhalten. Solaranlagen würden weiterhin installiert. Bei den Anlagen der Genossenschaft sei der Ertrag in 2016 um drei Prozent unter der Prognose geblieben, was den etwas geringeren Sonnenstunden geschuldet war. Ein besonderes Ereignis sei Jahr für Jahr die Solar Challenge, von der in diesem Jahr Joscha Bold einen interessanten Kurzfilm gedreht hat, den die Mitgliederversammlung beifällig anschaute. „Jugendliche für regenerative Energie zu sensibilisieren und zu gewinnen“, das sei erklärtes Ziel dieses Schülerwettbewerbs, so Hopman.

Nicht ganz die errechneten Erwartungen erreicht hat nach Darlegung von Jörg Bold der Bürgerwindpark Südliche Ortenau. Ein Faktor hierfür sei leicht zu errechnen: die „Schallabschaltung“, die auf Grund von Einwendungen aus dem Schuttertal erforderlich wurde reduziert die Stromproduktion um etwa 20 Prozent. Hier sei es erklärtes Ziel der Bürgerenergiegenossenschaft, so schnell als möglich eine Lösung zu finden. Dessen ungeachtet war Bold zufrieden: „Wir liegen – ohne den Schallabschaltungen - im Bereich der Prognosen, das funktioniert.“ Erfreut zeigte sich der Vorsitzende auch über das engagierte Miteinander der Mitglieder. Bei monatlichen Stammtischen, Themen- und Filmabenden bleibe man stets am Ball.

Fünf von sechs Aufsichtsratsmitgliedern waren turnusmäßig in der Mitgliederversammlung neu zu wählen. Unter der Wahlleitung von Claus Fleig wurden die bisherigen Aufsichtsräte Bruno Metz, Timo Baumer, Heike Ganter-Wasmer, Christian Weber und Udo Benz erst entlastet, anschließend einstimmig in ihren Ämtern für weitere drei Jahre bestätigt. Sechstes Aufsichtsratsmitglied ist Rainer Haag.

„Eine tolle Arbeit, tolles Engagement – sehr viel davon auch ehrenamtlich“ bescheinigte auch Aufsichtsratsvorsitzender Bruno Metz der Genossenschaft, ihrer Vorstandschaft und Mitgliedern. Auch im Aufsichtsrat machte Ettenheims Bürgermeister „viel Kompetenz“ aus. Unter Metz‘ Ägide erteilte die Mitgliederversammlung sowohl der von Jörg Bold zuvor vorgestellten Gewinn- und Verlustrechnung als auch der vorgeschlagenen Ergebnisverwendung einstimmige Zustimmung.

 

Der Text wurde mit kleinen Veränderungen von Klaus Schade für den Ettenheimer Stadtanzeiger geschrieben – Vielen Dank

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