19.4.2017

Es ist die inzwischen siebte, zugleich dann auch die größte, leistungsstärkste Photovoltaikanlage, die die Ettenheimer Bürgerenergiegenossenschaft in diesen Tagen von einer Fachfirma auf dem dem Erweiterungsbau des August-Ruf-Bildungszentrums installieren lässt.

 

 185 Module mit einer Gesamt-Modulfläche von rund 300 Quadratmetern werden auf dem rund etwa 350 Quadratmeter großen Flachdach installiert. Bei einer Leistung von 265 Watt je Modul rechnet die Bürgerenergie mit einer jährlichen Stromproduktion von 46.000 Kilowattstunden pro Jahr. Das entspricht in etwa dem jährlichen Strombedarf von 15 Haushalten.
Ein weiterer, konsequenter Schritt, den Stromverbrauch immer mehr aus Erneuerbarer Energie zu decken. Schon vor Inbetriebnahme der neuen Anlage darf  Ettenheim dabei, auch dank des Engagements der Ettenheimer Bürgerenergiegenossenschaft, eine gewisse Vorbildfunktion für sich reklamieren. Während bundesweit derzeit rund ein Drittel des Stroms aus Erneuerbarer Energie gewonnen wird, rechnet Ettenheim für das laufende Jahr mit einem Anteil von 63 Prozent. Photovoltaiktechnologie und Windkraftanlagen werden allgemein als die „Arbeitspferde“ der Energiewende angesehen – in beidem ist die Ettenheimer Genossenschaft außerordentlich aktiv.
Für den Laien zunächst verblüffend, dass die Module der neuen Anlage auf dem BiZ mit einer Neigung von zehn Grad nach Osten und nach Westen, also nicht nach Süden (!) ausgerichtet sind. Jörg Bold, Vorsitzender der Bürgerenergie, erklärt, dass damit kein Reihenabstand erforderlich ist, die Dachfläche wesentlich intensiver genutzt werden kann. Bei nach Süden ausgerichteten Modulen müsste man größere Abstände einhalten. Stichwort: leistungshemmender Schatten! Eine (weitere) Besonderheit der neuen Anlage: Jeweils zwei Module erhalten einen Leistungsoptimierer, woie bisher in der Regel einer pro ganzerr Modulreihe mit etwa 15 Modulen Usus war. Somit wird kann die maximale Leistungsabgabe für jedes einzelne Modulpaar über das SolarEdge Monitoring-Portal gesuchterfasst, eine verbesserte, kostengünstigere Wartung auf Modulebene erzielt werdenwird dadurch möglich.
180.000 Kilowattstunden pro Jahr standen nach Bolds Information als Stromerzeugung aus den Photovoltaik-Anlagen der Bürgerenergie zu Buche. Die neue Anlage leistet also rund ein Viertel der bisherigen sechs Anlagen. Ende 2011 wurde die erste Photovoltaikanlage der Ettenheimer Genossenschaft auf der Schule in Münchweier errichtet. Die bisher größte Anlage der Genossenschaft war die auf dem Dach des Sportvereins Ettenheimweiler.
Etwas ist Jörg Bold ist sehr wichtig: „Es soll dies eine Bürgeranlage sein“. Deshalb kann sich jeder Ettenheimer Bürger, auch wenn er bislang keines der derzeit 186 Mitglieder der Genossenschaft ist, mit 500 Euro an der neuen Bürgersolaranlage auf dem BiZ beteiligen. „Durch die aktuell günstigen Modulpreise können wir eine auskömmliche Wirtschaftlichkeit erreichen“, so sieht Bold durchaus einen Anreiz für Interessierte. Wer sich über den Erwerb von Geschäftsanteilen an der Ettenheimer Bürgerenergie an der neuen Anlage beteiligt, partizipiert dann gleichzeitig am gesamten Wirtschaftsergebnis der Bürgerenergiegenossenschaft, also auch an den Erträgen der bestehenden Solarstromanlagen und aus der Windkraft. Bisherige Mitglieder der Genossenschaft können ihre  Anteile bis zu einer Gesamthöhe von 2.000 Euro aufstocken.
Bis Ende des Monats rechnet Bold mit der Fertigstellung der Anlagen-Installation. Dann kann sie der Öffentlichkeit übergeben, ans Netz der EnBW angeschlossen werden und einen weiteren wichtigen Beitrag zur Wende hin zu Erneuerbarer Energiegewinnung leisten. 

 

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