18.06.2018 

Weil die Ettenheimer Bürgerenergiegenossenschaft Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung beispielhaft praktiziere, waren Jörg Bold und Wolfgang Friedrich aus dem Vorstandsteam erstmals zum Mainauer Nachhaltigkeitsdialog eingeladen. Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller und Björn Graf Bernadotte haben vor vier Jahren den Dialog ins Leben gerufen, um über Perspektiven für Mensch und Umwelt zu diskutieren.

 

"Partizipation durch Wahlen allein reicht in einer modernen Gesellschaft nicht aus, um den Gestaltungsansprüchen der Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden", erklärte Untersteller zu Beginn des Nachhaltigkeitsdialogs. Gerade politisch umstrittene Projekte im Zusammenhang mit der Energiewende, dem Klimaschutz oder der Infrastruktur verlangen nach Transparenz und Diskussion, so der Minister. Deshalb müssten "Bürger frühzeitig in Prozesse involviert werden".

Insel Mainau/Alexander Stertzik

Jörg Bold und Wolfgang Friedrich referierten vor 150 geladenen Gästen aus Baden-Württemberg sowie dem schweizerischen und österreichischen Bodenseeraum über ihre Erfahrungen der Bürgerbeteiligung in Ettenheim. Im Mittelpunkt stand natürlich der Bürgerwindpark Südliche Ortenau mit seinen sieben Windrädern. Aber schon zwei Jahre, bevor dieser in Angriff genommen wurde, so wussten Bold und Friedrich ihren Zuhörern und Gesprächspartnern zu berichten, habe es in Ettenheim "ein Umfeld für erneuerbare Energie und Windkraft" gegeben – Stichworte Fotovoltaikanlagen, Solar Challenge, Genossenschaft. Beispielhaft sei gewesen, wie Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz die Genossenschaft mit in den Planungsprozess des Windparks einbezogen habe, so Bold. Viele der Gesprächspartner auf der Mainau hätten, so Bold, das Feedback gegeben, dass bei ihnen zu Hause, bei ihren Vorhaben genau diese wichtige Voraussetzung nicht gegeben sei, Ideen aus der Bürgerschaft deswegen oft in den Rathäusern und Gemeinderäten im Sande verliefen.

Insel Mainau/Tobias Mayer

"Bei uns in Ettenheim ist der Boden sehr gut bereitet für eine Bürgerbeteiligung bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsprozessen", so vermochten Bold und Friedrich ihren Gesprächspartnern rückzumelden. Eine nächste Möglichkeit zur aktiven Beteiligung, Ideengebung und Planung bestehe bei der Umsetzung des vom Gemeinderat beschlossenen Klimaschutzkonzeptes unter Mitwirkung der Energieagenturen der Regio Freiburg und des Ortenaukreises. Für diesen Herbst sei ein Workshop mit Bürgerbeteiligung geplant.

Quelle: Zeitungsbericht in Badischen Zeitung vom 17.6.2018 geschrieben von Klaus Schade

 

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